Oscar Wilde
Herbert George Wells
Voltaire
Villiers de L'Isle-Adam
nach Richard F. Burton
nach Antoine Galland
Robert Louis Stevenson
Saki
Fjodor M. Dostojewski, Leonid Andreev, Leo N. Tolstoi
P'u Sung-Ling
Edgar Allan Poe
Giovanni Papini
Gustav Meyrink
Herman Melville
Arthur Machen
Leopoldo Lugones
Jack London
Rudyard Kipling
Franz Kafka
Henry James
Charles Howard Hinton
Nathaniel Hawthorne
Lord Dunsany
Gilbert Keith Chesterton
Jacques Cazotte
Jorge Luis Borges
Léon Bloy
William Beckford
Adolfo Bioy Casares, Arturo Cancela, Pilar de Lusarreta, Julio Cortázar, Manuel Mújica Láinez, Silvina Ocampo, Frederico Peltzer, Manuel Peyrou, María Esther Vázquez
Pedro Antonio de Alarcón
Bernhard Jäger, geboren 1935 in München, beginnt 1957 ein Studium an der Werkkunstschule in Offenbach am Main. Nach Abschluss des Studiums gründet er zusammen mit Thomas Bayrle eine Druckwerkstatt und 1961 den Verlag "Gulliver-Presse", der sich auf bibliophile Werkausgaben spezialisiert.
| Ab 1966 widmet sich Jäger verstärkt der eigenen künstlerischen Produktion, in deren Mittelpunkt bis heute der Mensch und seine physische und psychische Verfassung steht: Während er anfangs vor allem Farblithografien fertigt, bevorzugt er später Zeichnungen, Pastelle und Aquarelle. |
1984-2000 leitet Bernhard Jäger den Unterricht der dem Frankfurter Städel angeschlossenen Abendschule. Es entstehen großformatige Öl- und Acrylbilder sowie die Prototypen: 400 piktogrammartige Figuren, die zu seinem künstlerischen Alphabet werden.
1998 ist Jäger Preisträger der Heitland-Foundation, seine illustrierten Bücher werden mehrfach von der Stiftung Buchkunst mit dem Preis "Die schönsten Bücher des Jahres" ausgezeichnet. Bernhard Jäger lebt heute als freischaffender Künstler in Frankfurt am Main.
Für mich schließt sich ein Kreis. Ich habe mich in den Sechzigerjahren stark für die Phantastische Literatur begeistert. Einen Teil dieser Bücher, die Borges ausgewählt hat, kannte ich bereits. Dass die Bibliothek wieder neu aufgelegt wird, finde ich sehr interessant.
Ja, vor sechs oder sieben Jahren hat sich meine freie Malerei sehr verändert, aber die Bibliothek kann man so nicht darstellen. Ich setze bei den Illustrationen zu Münchhausen an, die ich vor einigen Jahren für die Büchergilde gemacht habe, und führe das weiter, vor allem die Aquarelltechnik auf Papier, die zu sehr leuchtenden Farben verhilft und in der ich mich gut ausdrücken kann. Ich lege sehr viele Schichten übereinander. Nur so kann ich zu Ergebnissen kommen, die ich bejahen kann.
Ich lese erst die Texte. Dann mache ich stenogrammartige Skizzen, Gedächtnisstützen, und daraus wähle ich etwas aus. Ich arbeite diese Skizze etwas genauer aus und wenn ich weiß, wie es in etwa aussehen soll, gehe ich an die aufgespannten Aquarellpapiere. Ich arbeite immer an zwei oder drei Aquarellen parallel. Es gibt ja zwischendurch immer Wartezeiten, die Aquarellfarbe muss trocknen, da kann ich dann an dem nächsten Aquarell arbeiten. Irgendwann ist ein Stadium erreicht, wo eines der Blätter so aussieht, als ob es gut würde. Dann arbeite ich nur noch daran weiter.
Ich habe schon als Kind viel Phantastische Literatur aus der Bibliothek meiner Eltern gelesen. Was mich sehr geprägt und begeistert hat, waren die Illustrationen von Doré. Das ist einer der großen Meister des 19. Jahrhunderts, der fast die gesamte Weltliteratur illustriert hat. Aber auch andere Künstler haben mich sehr beschäftigt, etwa Redon oder Grandville.
Jedes dieser Bücher hat eine andere Atmosphäre. Saki beispielsweise hat eine morbid-ironisch-sarkastische Art zu erzählen. Das ist etwas, was mir liegt. Da muss man auch lachen. Borges dagegen ist hoch-intellektuell, schwer zu illustrieren. Man muss sich eine Erzählung herausnehmen, ein Schlagwort oder ein Kürzel, und darüber arbeiten. Der Schlaf und der Traum spielen eine große Rolle. Es sind Geschichten, von denen man nicht weiß, sind sie Traum oder Realität. Das realistisch darzustellen, ist unmöglich. Von allen, die ich bisher gelesen habe, ist Borges der intellektuellste, einer, der auch mit dem Genre spielt. Das ist schon toll, das ist große Literatur.
Die Fragen stellte Jürgen Sander